Helaba baut Immobilienfinanzierung aus

Die Helaba hat 2019 das Kreditgeschäft mit gewerblichen Immobilienkunden ausgeweitet. Auch beim Ergebnis steht ein Plus. Beim Neugeschäft liegt der Fokus aktuell auf den Bestandskunden.

Für die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) lief es im Immobilienkreditgeschäft 2019 gut. Das Neugeschäft stieg von 9,8 Mrd. auf 10 Mrd. Euro, wobei das Wachstum auf den gestiegenen Anteil von Prolongationen zurückzuführen ist (von 1,9 Mrd. auf 2,1 Mrd. Euro). Anders als in den Vorjahren wurden deutlich mehr Immobilien in ausländischen Märkten (5,4 Mrd. Euro) als im Inland (4,6 Mrd. Euro) finanziert. Der Kreditbestand stieg von 35,3 Mrd. auf 36,6 Mrd. Euro.

Auf der Ertragsseite verbucht die Helaba zwar einen etwas höheren Zinsüberschuss. Die Summe der Erträge liegt mit 398 Mio. Euro aber aufgrund einer Abschreibung auf eine Vorratsimmobilie im sonstigen Ergebnis leicht unter dem Vorjahreswert (402 Mio. Euro). Nettoauflösungen bei der Risikovorsorge sorgten dennoch für ein Ergebnisplus von 242 Mio. auf 257 Mio. Euro.

Auf Konzernebene stieg das Vorsteuerergebnis von 443 Mio. auf 533 Mio. Euro. Die Wohnungstochter GWH steuerte 90 Mio. Euro bei (Vorjahr: 93 Mio. Euro).

Eine Prognose für das laufende Jahr wollte die Konzernspitze am Mittwochvormittag bei der telefonischen Präsentation der Geschäftszahlen nicht abgeben. Die Auswirkungen der Corona-Krise seien nicht zuverlässig abzuschätzen. Vorstandschef Herbert Hans Grüntker machte aber deutlich, dass es Auswirkungen geben werde. Zum jetzigen Zeitpunkt seien noch keine Kreditausfälle zu verzeichnen.

Neugeschäftsentwicklung abhängig von Kapitalmärkten

Nach Aussage von Immobilienvorstand Christian Schmid verfahre die Bank im Neugeschäft "aktuell selektiver in der Umsetzung, was aber zum Teil an den Kunden selbst liegt, die Transaktionen zurückstellen".

Wie die Bank im Neugeschäft in den kommenden Tagen und Wochen agieren werde, hänge auch mit der Frage zusammen, wie sich der langfristige Refinanzierungsmarkt weiterentwickelt. An den Kapitalmärkten werden derzeit insbesondere für unbesicherte Bankschuldverschreibungen hohe Risikoaufschläge verlangt.

Schmid betonte, dass er sich in der momentanen Marktphase in erster Linie um die Bestandskunden kümmern werde. Das heiße aber nicht, dass das Neugeschäft der Bank völlig zum Erliegen gekommen ist. "Wir wickeln das Neugechäft ab, wie es zugesagt wurde."

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