Statt Mipim: Zwei-Tage-Konferenz im September in Paris

Dieses Jahr wird es in Cannes keine Mipim geben.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Die internationale Immobilienmesse Mipim im Juni fällt aus.

Sie findet erst im September statt und zwar in einem auf zwei Tage verkürzten Format in Paris, wie der Veranstalter Reed-Midem auf seiner Webseite mitteilt. Parallel soll es ein Online-Format namens Mipim Connect geben. Details dazu will die Messe in den kommenden Tagen mitteilen. Der nächste Termin für die reguläre Mipim in Cannes ist demnach der 16. bis 19. März 2021. Bereits der ursprüngliche Termin Anfang März 2020 war wegen Corona abgesagt worden.

Aussteller und Besucher haben die Möglichkeit, ihre bereits gezahlten Gebühren im kommenden Jahr angerechnet zu bekommen. Auch eine Erstattung soll möglich sein.

Beispiel China zeigt: Junitermin war nicht zu halten

Wenn man sich den Verlauf der Corona-Epidemie in Frankreich ansieht und mit dem Verlauf in China vergleicht, war schon seit längerem klar, dass der Termin im Juni nicht mehr zu halten war. China ergriff die ersten einschneidenden Maßnahmen für die besonders betroffene Stadt Wuhan Ende Januar. Nach und nach folgten Beschränkungen für weitere Städte. Bis die ersten dieser Maßnahmen gelockert wurden, vergingen mehr als zwei Monate. Wuhan selbst soll von diesen Lockerungen erst im April betroffen sein. Der Infektionshöhepunkt war in China allerdings bereits Mitte Februar erreicht.

Legt man diesen Verlauf für Frankreich zugrunde, welches einschneidende Maßnahmen wie Schließung von Schulen, Gastronomie und Läden erst Mitte März ergriffen hat, dann hätte eine erste Lockerung der Beschränkung erst Mitte Mai stattfinden können – vorausgesetzt der Höhepunkt der Infektionswelle wäre bei unseren westlichen Nachbarn schon erreicht, was allerdings nicht der Fall ist.

Und selbst wenn es so wäre, kann man davon ausgehen, dass die Normalität zum Beispiel hinsichtlich der Durchführung von Großveranstaltungen erst sukzessive eingeführt worden wäre. In Frankreich wurden zunächst Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Personen verboten. Anschließend hatte man die Grenze bei 1.000 gezogen und kurz darauf durften Versammlungen mit weniger als 100 Personen untersagt werden. Selbst wenn die Beschränkungen in ähnlichem Tempo aufgehoben worden wären, wäre dies zu spät gewesen für eine klassische Mipim in Cannes mit üblichen Teilnehmerzahlen von mehr als 25.000 Personen.

Zudem hätte man damit rechnen müssen, dass aufgrund von Reisebeschränkungen Teilnehmer aus vielen anderen Ländern erst gar nicht hätten nach Cannes kommen können. Dies gilt zum Beispiel für Großbritannien, dass erst am Beginn der Virusausbreitung steht und traditionell mit die meisten Teilnehmer zur Mipim entsendet.

Einem guten Zweck dient das Palais des Festivals in Cannes, in welchem die Mipim normalerweise stattfindet, aber doch noch: Seit wenigen Tagen wird es für die Unterbringung von Obdachlosen genutzt, um diese besser vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

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