Leserbrief: "Billiger ist schwierig"

zu: "Die Frau an seiner Seite", iz.de vom 5. April 2019 und IZ/15

Aha, Wohnungen für 1.800 Euro bis 2.300 Euro sollen möglich sein. Dann macht die ganze Branche aber irgendetwas verkehrt, wo doch die Baukosten (Kostengruppe 300 und 400) schon bei rund 2.500 Euro liegen und auch nur dann, wenn man alle Register des kostenoptimierten Baus zieht. Es sind eben nicht nur die galoppierenden Grundstückskosten in den Metropolregionen, sondern die ebenso steigenden Handwerkerkosten, die fehlenden Kapazitäten, die zunehmende Flut von Normen, die Kosten des energetisches Bauens usw. Alleine das Kapazitätsproblem dürfte sich nicht per Knopfdruck lösen lassen. Bei mir verstärkt sich der Eindruck, dass die Politiker schon lange den Blick für die reale Situation verloren haben. Auch die Erhöhung der Grunderwerbsteuer in den meisten Bundesländern trägt nicht zur Kostenreduzierung bei. Von der Umsatzsteuer von 19% auf die Bauleistungen spreche ich schon gar nicht mehr. Bei einer Wohnung für 500.000 Euro summieren sich die Steuern auf rund 100.000 Euro, also 20%! So sieht die Welt des real existierenden Kostenwahnsinns aus.

Wolfgang Ries, Bien Ries AG, Hanau

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