Mehr Kunden für digitale Plattformen

Henning Frank, CEO der Crowdinvestingplattform Zinsland, freut sich über die Verabschiedung der Gesetzesnovelle, die den Spielraum für digitale Immobilieninvestments erweitert.

Henning Frank.
Quelle: Zinsland

Digitale Investments über Finanzierungsplattformen gewinnen in der Immobilienwelt zunehmend an Zuspruch. Innerhalb von zwei Jahren konnten die Umsätze plattformübergreifend von 40 Mio. Euro (2016) auf 140 Mio. Euro (2018) gesteigert werden.

Den Bedeutungsgewinn der digitalen Plattformen hat nicht nur die Immobilienwirtschaft, sondern auch der Gesetzgeber erkannt: Am 7. Juni 2019 nahm das "Gesetz zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen" mit der Bestätigung durch den Bundesrat seine letzte Hürde. Damit wurde die Weiterentwicklung digitaler Immobilieninvestments gefördert. Eine der Maßnahmen sieht vor, den maximalen Investitionsbetrag für private Anleger von 10.000 Euro auf 25.000 Euro anzuheben. Boten die digitalen Finanzierungsplattformen in der Vergangenheit eher privaten Sparern die Möglichkeit, schon mit geringeren Summen von den Immobilienprojekten profitieren zu können, steigert sich die Attraktivität der digitalen Investitionsmöglichkeit nun auch für vermögende Investoren oder Family-Offices - zumal für die maximale Investitionssumme von 25.000 Euro ein Nettomonatseinkommen von mindestens 12.500 Euro angegeben werden muss.

Auch für Projektentwickler werden die Plattformen durch die Gesetzesänderungen noch interessanter. Die neue Höchstgrenze für Crowdinvesting-Emissionen, die ohne einen ausführlichen Prospekt erfolgen dürfen, steigt von 2,5 Mio. Euro auf 6 Mio. Euro. Gerade für solche Entwickler, die großvolumigere Projekte realisieren, könnte somit eine finanzielle Schwelle überschritten werden, um über eine Beimischung von über die Plattformen eingeworbenen Mezzanine-Anteilen in ihren Finanzierungsplänen nachzudenken. Dies wird dazu führen, dass die Anzahl und Attraktivität der öffentlich angebotenen Projekte weiter steigen wird.

Das Gesetz sieht noch eine weitere Neuerung vor: Digitale Finanzierungsplattformen dürfen künftig auch Genussrechte anbieten, was den Plattformbetreibern mehr Flexibilität und Vielfalt bei den auf der Plattform vorgestellten Produkten ermöglicht.

Insgesamt ist durch die vom Bundesrat beschlossenen Reformen davon auszugehen, dass die digitalen Immobilieninvestments in der kommenden Zeit noch einmal ordentlich Fahrt aufnehmen werden. Und in diesem Zuge findet auch eine zunehmende Professionalisierung der Anbieter statt, was wiederum einen extrem positiven Effekt auf die noch junge Branche haben wird.

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