Mehr Stromkapazität gefragt

Schauplatz des Geschehens ist diese Büroimmobilie in München.
Quelle: Hammer Real GmbH, Urheber: Michael Voit

In innerstädtischen Gewerbeimmobilien trifft häufig eine hohe Stromnachfrage auf veraltete Technik. Das Pilotprojekt Emgimo hat eine Lösung für dieses Dilemma gefunden.

Gerade das wachsende Interesse an Ladepunkten für Elektroautos stellt viele Eigentümer von Gewerbeimmobilien vor das Problem, dass sich der Strombedarf nicht mehr decken lässt. Ein Austausch des vorhandenen Transformators, um mehr Stromkapazitäten zu schaffen, würde sich aber nicht rechnen.

Das vor knapp zwei Jahren begonnene Pilotprojekt Emgimo setzt deshalb bei einem anderen Punkt an: einem intelligenten Lastenmanagement der vorhandenen Stromkapazitäten kombiniert mit dem Einsatz von Fotovoltaik. "Wir haben uns die Frage gestellt, wie sich Spitzen beim Verbrauch kappen lassen", erklärt Marc Maier, Geschäftsführer Projektmanagement beim beteiligten Münchner Projektentwickler und Immobiliendienstleister Hammer. Dafür sei es zunächst erforderlich zu analysieren, welchen Strombedarf die einzelnen Mieter zu welchen Uhrzeiten haben. Meist gehe es nur darum, hohe Spitzen in sehr kurzen Zeiträumen auszugleichen, z.B. indem ein Aufzug einen kleinen Moment später losfährt.

Dafür, dass das System mit dem vorgelagerten öffentlichen Netz verträglich agiert und dieses entlastet, erhalten die Stadtwerke München als Projektpartner Einfluss auf das Gebäudenetz. Die alte Regel, dass alles, was stromtechnisch im Gebäude passiert, Eigentümersache ist, wird aufgebrochen.

Für ihr Vorhaben haben die beteiligten Unternehmen und Einrichtungen, zu denen unter anderem auch das Institut für Luft- und Raumfahrt, der Smart-Meter-Anbieter Discovergy und die Kanzlei Becker, Büttner, Held gehören, ein Bürogebäude am Frankfurter Ring 15/17 in München ausgewählt. Die Immobilie mit Baujahr 1994 verfügt über rund 9.000 m² vermietbare Fläche. Emgimo kooperiert dort mit sieben Mietern und installierte unter anderem eine Fotovoltaikanlage, individuell und dynamisch steuerbare E-Ladesäulen sowie intelligente Stromzähler.

Fördermittel erhält Emgimo vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die Initiative EnEff.Gebäude.2050 - Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050. Das Vorhaben wurde beim Kongress Energiewendebauen im Januar dieses Jahres in Berlin vorgestellt und erhielt in diesem Zusammenhang eine Auszeichnung vom Bundeswirtschaftsministerium. Emgimo läuft noch bis Ende des Jahres. Das zugrunde liegende Konzept soll aber noch ausgebaut werden. "Wir wollen künftig auch anbieten, mehrere Gebäude zu vernetzen", berichtet Maier.

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