Auf einer Industriebrache wächst ein Wohnquartier am Mühlbach

Das Panorama zeigt die Einbettung des neuen Mühlbach-Quartiers.
Urheber: flash.iFFect GbR

Offenburg. Zwischen Innenstadt und Zwingerpark errichtet Soka-Bau ein Wohnquartier mit 267 Mietwohnungen. Möglich wird dies auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnerei. Das Projekt soll bis nächsten Januar abgeschlossen werden. Über 40% der Wohnungen des ersten Bauabschnitts sind bereits vermietet. Die Aufwertung des Mühlbachs spielt bei der Entwicklung eine wesentliche Rolle.

Aus einer ehemals industriell genutzten Brachfläche entwickelt sich derzeit ein modernes Stadtviertel mit Zugang zum Mühlbach. Das Gelände einer ehemaligen Spinnerei und Weberei befindet sich in bester Stadtlage: Auf der einen Seite die historische Innenstadt, die über die Mühlbachbrücken fußläufig zu erreichen ist, auf der anderen Seite der Zwingerpark entlang der Stadtmauer.

Die Stadt hatte das Mühlbachareal zum Sanierungsgebiet erklärt, und im Mai 2013 erwarb Soka-Bau (Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes) das rund 18.500 m² große Gelände. Die Bebauungs-, Erschließungs- und Freiraumstruktur des Gebiets basiert auf dem Wettbewerbsentwurf des Freiburger Büros K9 Architekten. Dieses sah offene Wohnstrukturen und einen bunten Wohnungsmix von der Anderthalb- bis zur Fünfzimmerwohnung vor. Die Wohnflächen liegen zwischen 42 m² und 130 m² zu Mietpreisen von rund 10 bis 12 Euro. Auf fünf Baufeldern verteilen sich nun 16 Wohnhäuser mit insgesamt 267 Wohnungen, 70 davon barrierefrei, und drei Tiefgaragen. Die Gesamtwohnfläche beträgt mehr als 21.000 m². Rund 72 Mio. Euro investiert Soka-Bau in das Neubauprojekt, das Teil der Kapitalanlage der Zusatzversorgungskasse ist.

Mit Beginn dieses Monats sind nach knapp zwei Jahren Bauzeit die ersten Wohnungen bezogen worden. Fast gleichzeitig wurde Richtfest gefeiert, denn im Oktober soll der zweite Bauabschnitt bezugsfertig und alle Wohnungen bis Januar 2020 fertiggestellt sein. Außerdem wurden 70 Wohnungen in den drei Mietshäusern der ehemaligen Spinnerei grundlegend saniert. Anfang 2021 sollen auch das historische Kesselhaus und der Weberei-Hochbau saniert sein. Dort sind Räumlichkeiten für Gastronomie, Gewerbe, Büros und Loftwohnungen vorgesehen. Errichtet werden die Wohngebäude für Soka-Bau von einer Arbeitsgemeinschaft zweier mittelständischer Unternehmen, nämlich der Bauunternehmung Streib aus Mannheim und von Dreßler Bau aus Rastatt.

Die Erschließung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stadt Offenburg durch das Planungsbüro Zink Ingenieure. Soka-Bau hat unter anderem die Erschließungsstraße Alte Spinnerei-Straße erstellt, die für eine durchgängige Verbindung des Viertels sorgt. Der Quartiersplatz, der sich zu einem zentralen Aufenthalts- und Spielgelände des Wohngebiets entwickeln soll, wird ebenfalls von Soka-Bau hergestellt. Auf dem 1.800 m² großen Platz wird auch eine Mobilitätsstation eingerichtet.

Besonderen Wert legt die Stadt auf die Tatsache, dass das Mühlbachareal CO2-neutral wird. Dies gelingt durch eine Kombination aus Häusern nach dem Energiestandard KfW-Effizienzhaus 55, Fernwärme aus der Burda-Druckerei und Strom aus dem Wasserkraftwerk am Mühlbach. Die Stadt ihrerseits sorgt durch eine Aufwertung des Mühlbachufers für weiteren Erholungsraum - nicht nur für die Mieter im Mühlbachareal. Ende Juli wurde der sogenannte grüne Strand eingeweiht, eine 500 m lange Promenade entlang des insgesamt aufgewerteten Bachufers.

Soka-Bau hat in Baden-Württemberg bereits etwa 730 Mietwohnungen in Heidelberg, Freiburg und Stuttgart errichtet. Auch mit dem Investment in Offenburg seien die Beiträge der Mitglieder gut angelegt, ist Vorstand Gregor Asshoff überzeugt. Die Stadt sei ein attraktiver Wirtschafts- und Medienstandort, liege verkehrsgünstig im Rheintal und in unmittelbarer Nähe zu Straßburg. Dieses Lob braucht die knapp 60.000 Einwohner zählende Kreisstadt eigentlich gar nicht, denn Wohnungen sind sowieso gesucht.

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