Die Verwaltung will jetzt auch moderne Büros

München. Bürogebäude der Stadtverwaltung gelten zumeist als etwas angestaubt. Lange Flure, kleine Zellenbüros, wenig Atmosphäre. Das will die Stadt München nun für ihre Mitarbeiter ändern.

Die Landeshauptstadt München (LHM) hat beschlossen, neue Arbeitsplatzkonzepte einzuführen. Es soll einen Wandel geben vom herkömmlichen Arbeitsplatz im Zellenbüro hin zu einem "aktivitätsbasierten Multispace", wie das Kommunalreferat mitteilt.

"Mit dem Beschluss zu neuen Büroraumkonzepten leiten wir einen richtungsweisenden Paradigmenwechsel bei der LHM ein, der ohne Digitalisierung nicht stemmbar ist", sagt Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU). Die neuen Arbeitsplätze sollen mit einem "miefigen Großraumbüro" nichts mehr gemein haben.

Der Münchner Büroplaner Congena entwickelte für die Stadt ein Konzept, das unter anderem sogenannte Business Clubs vorsieht. Dieser Mix aus Einzelbüros, flexiblen Büroeinheiten mit Desksharing, Projekträumen, Rückzugsräumen und Begegnungsflächen ist heute in vielen modernen Büros üblich. Als erstes Gebäude soll das Kommunalreferat am Roßmarkt 3 in einem Pilotprojekt umgebaut werden.

Damit hat sich auch in der Münchner Verwaltung die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Mitarbeiter gerne flexiblere Arbeitszeiten oder zuhause arbeiten wollen. Das neue Büroprogramm hat allerdings noch einen anderen Hintergrund. Wegen der geringen Leerstandsquote bei Büroimmobilien tut sich die Stadt zunehmend schwer, Büroflächen in geeigneten Lagen zu finden. Die zentrale Verwaltung der Stadt ist derzeit auf 89 Gebäude mit einer Nettoraumfläche von 672.331 m² verteilt.

Mit der Stadt wachsen aber auch die Verwaltungsaufgaben. Das Personal- und Organisationsreferat rechnet bis zum Jahr 2027 mit einem Bedarf von mindestens 3.700 zusätzlichen Büroarbeitsplätzen. Wächst die Stadt weiter wie bisher, könnten es sogar bis zu 5.700 werden. Für die Mitarbeiter werden Flächen benötigt. So plant die Stadt unter anderem den Neubau eines Hochhauses für die Verwaltung an der Steinstraße im Münchner Osten. Die neuen Bürokonzepte und flexiblere Arbeitszeiten und -orte sollen zudem weniger Flächen notwendig machen.

Zudem braucht die Stadt qualifiziertes Personal. Das ist allerdings mit der Aussicht auf ein miefiges Zellenbüro kaum zu bekommen.

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