Evana treibt seine Kanzleiprojekte voran

Das Datenmanagementunternehmen Evana sieht seine Projekte mit Greenberg Traurig und Clifford Chance als Wegbereiter für künftige KI-Anwendungen. Bis zum vollautomatisch erstellten Vertrag sind noch einige Hürden zu überwinden.

Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile zum Modewort geworden, die Bundesregierung hat jüngst erklärt, sie zum Markenzeichen für Deutschland machen zu wollen. Dass das in der Umsetzung gar nicht so einfach ist, zeigen konkrete Projekte von Unternehmen, die sich schon länger mit der Materie beschäftigen. Das Datenmanagementunternehmen Evana etwa hatte vor gut zwei Jahren eine Technologiepartnerschaft mit der Anwaltskanzlei Greenberg Traurig begonnen, um die praktische Anwendung von KI bei Immobilientransaktionen zu erproben. Im November 2018 kam eine weitere Partnerschaft mit Clifford Chance hinzu.

Die beiden Kooperationen haben unterschiedliche Stoßrichtungen, wie Sascha Donner erklärt, Evana-Gründer und Chief Innovation and Product Officer: "Beim Greenberg-Traurig-Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Due-Diligence-Prüfung und Beratung von Immobilientransaktionen. Bei der Zusammenarbeit mit Clifford Chance geht es vor allem um Gebiete wie das Gesellschaftsrecht sowie Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen. Die Schwerpunkte beider Projekte befruchten sich gegenseitig. Ein typischer Asset-Manager hat jeweils einen kleineren Datenkranz als die Großkanzleien, es gibt aber große Schnittmengen mit den beiden Kanzleiprojekten."

Die Zusammenarbeit mit Clifford Chance ermöglicht Evana unter anderem, seine Software auch an fremdsprachigen Dokumenten zu trainieren, wie Evana-Gründer und CEO Peter Moog erläutert: "Durch die Kooperation mit Clifford Chance erhalten wir Zugriff auf viele englische Dokumente, anhand derer wir unsere Software auch auf Englisch schulen können. Künftig werden wir weitere Sprachen und Rechtskreise in unsere Analyse mit aufnehmen, Französisch wäre die nächste natürliche Ergänzung."

Moogs Ziel wären Verträge, die vollautomatisch erstellt werden. Neben den technischen Herausforderungen sieht der Evana-CEO dabei vor allem Vorbehalte in den Köpfen der Beteiligten: "Damit automatisierte Verträge bei Immobilientransaktionen akzeptiert werden, müsste es beispielsweise einen Standard für die Vertragserstellung geben, auf den sich die Immobilien- und Rechtsbranche einigen." Sein Kollege Donner ergänzt: "Bei den Immobilienunternehmen hat sich vor etwa drei bis vier Jahren die Erkenntnis durchgesetzt, dass mehr Kooperation sinnvoll ist und gemeinsame Standards, zum Beispiel bei Transaktionsdaten, allen helfen würden." Die Immobilienanwälte bewegen sich erst langsam in diese Richtung. Insbesondere kann Donner im Bereich der Vertragsgestaltung bisher keine übergeordnete Stelle erkennen, die die Diskussion voranbringt. "Wir wissen aber, dass es bilaterale Gespräche zwischen mehreren Kanzleien gibt", fügt er hinzu.

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