Erstmals seit 2013 führt ein Branchenriese den FM-Report an

Gegenbauer erhielt 2019 von den von BMC befragten FM-Kunden die meisten Punkte. Seit 2016 zählt auch der Dortmunder Dienstleister RGM zur Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Berlin.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

In den vergangenen fünf Jahren holten immer Unternehmen mit weniger als 300 Mio. Euro Jahresumsatz im Facility Management Report die meisten Punkte in der Kundenwertung. Die umsatzstärkere Unternehmensgruppe Gegenbauer, zu der seit 2016 auch der Dienstleister RGM gehört, macht Schluss mit dieser Serie und setzt sich 2019 an die Spitze der Rangliste.

Mit Gegenbauer erzielte erstmals seit 2013 ein Unternehmen der Umsatzkategorie von mindestens 300 Mio. Euro die höchste Punktzahl im Facility Management Report von Bell Management Consultants (BMC). 1.348 von 1.850 möglichen Punkten hat der Berliner Dienstleister, der im vergangenen Geschäftsjahr 704,8 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftete, in der Wertung der Facility-Management-Kunden eingesammelt. Bislang stand immer ein Unternehmen an der Spitze des Reports, das im Facility-Management jährlich weniger als 300 Mio. Euro erwirtschaftet.

Goldbeck führt die kleineren Dienstleister an

2018 war das Caverion mit 1.436 Punkten gewesen. 2019 erzielten die Münchner Technikspezialisten 1.301 Punkte und liegen damit mit dem Branchenriesen Spie gleichauf auf Platz vier. Beide reihen sich in der Gesamtwertung hinter dem Unternehmen Goldbeck (1.328 Punkte), das in diesem Jahr die kleineren Dienstleister anführt, und hinter etna (1.312) ein.

Für den Facility Management Report holt BMC bei den FM-Kunden zudem eine Einschätzung zu verschiedenen Kompetenzen der Dienstleister ein. Bei der allgemeinen Kompetenz vergaben die Befragten an die Sodexo-Gruppe, zu der auch das Unternehmen GA-tec gehört, mit 326 Punkten den höchsten Wert. Dahinter folgen Goldbeck mit 320 und Apleona mit 312 Punkten. Im Schnitt bewerteten die Kunden die Dienstleister in dieser Kategorie fast genauso wie im Vorjahr. Sie verteilten die Schulnote 2,62 (2018: 2,63). Allein die Einzelnote für die Erreichbarkeit der Facility-Manager hat sich von 2,2 auf 2,1 etwas verbessert, die Termintreue verschlechterte sich hingegen leicht von 2,6 auf 2,7.

Sodexo ist Spitzenreiter bei der technischen Kompetenz

In der technischen Kompetenz liegt Sodexo mit 320 Punkten vorne, gefolgt von Gegenbauer (316) und Goldbeck (315). Die Durchschnittsnote beträgt hier 2,59. Im Rahmen der technischen Kompetenz verschlechterten sich die Noten für Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen auf 2,7 bzw. 2,5. Besser als im Vorjahr wurden die Qualität von Haustechnikern (2,2) und die Koordination von Fremdfirmen (2,4) bewertet.

In der infrastrukturellen Kompetenz überzeugte Gegenbauer (339) vor Caverion (331) und Spie (323) die meisten Kunden. Die Durchschnittsnote verbesserte sich in diesem Feld insgesamt von 2,54 auf 2,48. Fast alle Teilbereiche von der Qualität der Reinigung (2,4) bis hin zum Umgang mit der Nachhaltigkeit (2,7) wurden besser bewertet als 2018. Nur die Fristeinhaltung der Leistungsdokumentation erhielt mit 2,8 dieselbe Note wie im Vorjahr.

Bei der unternehmerischen Kompetenz zeigte sich in diesem Jahr Goldbeck mit 325 Punkten stark. Dahinter sind etna mit 320 und Sodexo mit 315 Punkten anzutreffen. Die unternehmerische Kompetenz wurde auch 2019 von den FM-Kunden im Vergleich zu den anderen Kompetenzen am schlechtesten bewertet. Dennoch schnitten alle Teilbereiche - bis auf das Aufzeigen von Potenzialen zur Kostenoptimierung - besser ab als im Jahr zuvor.

Die Weiterempfehlungsquote fällt in Berlin am geringsten aus

Daneben wurden die Kunden befragt, ob sie ihren derzeit beauftragten Facility-Manager weiterempfehlen würden. Dabei zeigen sich dem Report zufolge je nach Bundesland große Unterschiede. Während die Weiterempfehlungsquote in Berlin bei stolzen 75% und in Hessen immerhin noch bei 64% liegt, würden in Sachsen nur 50% und in Bayern sogar nur 47% ihren Dienstleister weiterempfehlen. Ein abweichendes Bild zeigt sich bei der Frage, ob ein bestehender Auftrag um zusätzliche Leistungen erweitert werden könnte. Demnach ziehen es 74% der Befragten aus Hessen in Betracht, ihren Facility-Manager mit weiteren Aufgaben zu betrauen. In Nordrhein-Westfalen sind es 68% und in Baden-Württemberg 67%. Besonders gering fällt hier die Quote in Bayern (57%) und in Berlin (44%) aus.

Abwanderungsgedanken mit Blick auf ihren Dienstleister hegen insgesamt 30% der Befragten. Im Vorjahr waren es sechs Prozentpunkte mehr gewesen. Bei den Kunden der großen Facility-Manager sind die Abwanderungsgedanken mit 36% stärker ausgeprägt als bei den Auftraggebern kleinerer Unternehmen (27%).

Wisag und Apleona sind die größten Wettbewerber

Neben der Kundenbefragung ist auch eine Markteinschätzung der Dienstleister Teil des FM-Reports. Dazu wurden die Facility-Manager z.B. befragt, welche Unternehmen aus ihrer Sicht die größten Wettbewerber sind. Mehrfachnennungen waren möglich. 65% der Befragten nannten dabei Wisag und Apleona als größte Konkurrenten. Strabag Property & Facility Services (PFS) kommt auf 40% der Nennungen und Piepenbrock und Spie jeweils auf 25%.

Für den Facility Management Report 2019 hat BMC insgesamt 100 Objektmanager und Steuerer von Facility-Managern aus dem gesamten Bundesgebiet befragt und eine Markteinschätzung von 57 FM-Dienstleistern eingeholt.

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