Wie Makler Immobilienportalen und Suchmaschinen trotzen

KSK-Immobilien-Chef Stracke findet, Makler müssten digitaler werden.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Für klassische Makler wird es zur Herausforderung, im Internet rasch gefunden zu werden: Die Immobilienportale binden den Traffic, die Suchmaschinen ändern ständig ihre Sortierregeln und die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer sinkt. Auf dem Maklertreffen business-beats des Softwareherstellers onOffice präsentierten Experten Lösungsansätze.

Makler wünschen sich im Netz vor allem eines: gefunden zu werden. Doch die Suchmaschinen, die das eigentlich leisten sollen, sortieren ihre Ergebnisse ständig neu - und das nach sich laufend ändernden und keineswegs klar kommunizierten Regeln. "Für einen Gewerbeimmobilienmakler in München gelten ganz andere Kriterien in der Suchauswahl als für einen Wohnimmobilienmakler auf dem Land", erklärt Karsten Stickel, der beim Softwarehaus onOffice als Senior Manager für den Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO) zuständig ist.

Erschwert wird die Lage für die lokalen Champions derzeit durch Hybridmakler, die ihre Dienste bundesweit unter einer Marke anbieten und ebenfalls in die Ranglisten der Suchergebnisse drängen. Dadurch besteht selbst für angestammte Platzhirsche die Gefahr, nicht mehr als erste Wahl im lokalen Markt wahrgenommen zu werden. Nur die ersten zehn angezeigten Suchergebnisse beachtet der Nutzer bei einer Textsuche. Und die Nutzung digitaler Assistenten nimmt zu. Bei denen hört sich der Nutzer oft nur die ersten zwei bis drei Einträge an, erläutert Stickel.

Suchmaschinen ändern permanent die Regeln

Guido Stracke, Geschäftsführer beim Kölner Schwergewicht KSK-Immobilien, sieht die Entwicklung mit Sorge, denn die Hybridmakler geben gewaltige Summen für TV-Werbung aus, um auf sich aufmerksam zu machen. "Wir haben kein Geld fürs Fernsehen, wir müssen den Weg übers Internet gehen. Dabei wollen wir möglichst viel Traffic von den Immobilienportalen auf unsere eigenen Webseiten leiten." Lars Loppe, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Maklerwerft, empfiehlt: "Geben Sie nicht schon auf den Portalen alle Informationen preis." Besser sei es, den Suchenden mit einigen Grundinfos zu versorgen und ihn dann an die Webseite des Maklers zu verweisen, der die Anzeige geschaltet hat. Johannes Möllerherm, Vertriebsleiter beim norddeutschen Immobilienmakler Möllerherm, nutzt eine Vielzahl von Maßnahmen, die den einmal aufmerksam gewordenen Kunden zu einem möglichst lange dauernden Aufenthalt animieren: "Je länger wir den Kunden auf der Webseite halten, desto höher stehen wir im Google-Ranking. Und bereits eine Minute mehr Verweildauer kann eine Welt bedeuten." So wandern bei Möllerherm Exposés aus erledigten Aufträgen mit einem reduzierten Informationsumfang in den Referenzbereich der Unternehmenswebseite. Dadurch wird verhindert, dass die Suche nach einer bereits verkauften Immobilie nicht einfach ins Leere führt.

Wichtig ist es zudem, den Nutzer zum Hinterlassen seiner Kontaktdaten zu motivieren, etwa durch Bewertungstools. Denn Kunden, die eine Immobilie kaufen wollen, werden irgendwann zu potenziellen Verkäufern. In Zeiten eines vielerorts knappen Immobilienangebots gilt es, diese Daten für die Generierung künftiger Leads sorgfältig zu pflegen, erläutert KSK-Immobilien-Chef Stracke: "Bei rund einem Drittel der Leads, die wir extern eingekauft haben, stellen wir im Nachhinein fest, dass wir den Kunden schon kennen, ihn aber nicht als möglichen Verkäufer im Blick hatten." Die Lösung des Problems liegt für Stracke auf der Hand: "Wir müssen digitaler werden."

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