Region Kaiserslautern hat 300 ha Platz für Gewerbe

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (2.v.r.) stellte das Gewerbeflächenpotenzial der Region vor.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Westpfalz. Ein Gewerbeflächenpotenzial von gut 300 ha attestiert eine Studie der Forschungsgesellschaft Firu der Wirtschaftsregion Kaiserslautern. Drei Gebiete, die zusammen auf etwa die Hälfte der Fläche kommen, sollen bevorzugt entwickelt werden - teils interkommunal.

In den kommenden zehn Jahren wird der Raum Kaiserslautern mit seinen bisherigen Industrie- und Gewerbegebieten wegen der großen Flächennachfrage an seine Grenzen stoßen. Nach der Prognose von Firu benötigt die Wirtschaftsregion Kaiserslautern bis zum Jahr 2040 mindestens 168 ha Bruttobauland. Die Gutachter haben deshalb alle möglichen Standorte ab einer Fläche von 2,5 ha für neue Gewerbeflächen aufgetan und dabei alles herausgefiltert, was aus städtebaulichen oder ökologischen Gründen nicht umsetzbar ist. So fielen z.B. Grundstücke mit mehr als 15% Hangneigung, Naturschutzgebiete oder geplante Siedlungsflächen durch das Raster.

Nach diesem Zwischenschritt verblieben 26 potenzielle Standorte auf Kaiserslauterer Gemarkung und 30 Areale innerhalb des Landkreises Kaiserslautern. Damit bestehen mit Ausnahme der mittlerweile mit Landstuhl fusionierten Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd in allen Verbandsgemeinden Flächenpotenziale. Besonders viele grundsätzlich geeignete Einzelflächen verortete Firu in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn.

In der nächsten Analysephase wählten die Gutachter nach einem Kriterienkatalog, der 17 Einzelpunkte von der Verkehrsanbindung, über Altlasten bis hin zum Naturschutz umfasste, besonders geeignete Lagen aus. Am Ende verblieben zwölf Gebiete, die Firu in einer Rangliste nach ihrem Potenzial priorisierte. Die Gebiete auf den Plätzen eins bis drei wurden als regional oder zumindest lokal bedeutsam eingestuft und sollen bevorzugt entwickelt werden. Durch die Konzentration auf die vielversprechendsten Standorte soll zudem gewährleistet werden, dass die erwarteten Landesfördermittel gezielt und nicht mit der großen Gießkanne zum Einsatz kommen.

Mögliche Erweiterung des Industriegebiets Nord

Auf dem ersten Rang befindet sich ein 80 ha großes Areal an der Landesstraße 367, das das bestehende Kaiserslauterer Industriegebiet Nord einfassen und sich aus Sicht von Firu besonders für eine interkommunale Zusammenarbeit eignen würde. Partner wäre in diesem Fall die Verbandsgemeinde Weilerbach. Das Gelände biete sich für Nutzer aus Industrie, Produktion und Logistik an.

Für dieselben Zielgruppen ist auch ein rund 50 ha großes Gelände südlich des Industriezentrums Westrich in Ramstein-Miesenbach ins Auge gefasst, das Firu auf Platz zwei der Rangliste gesetzt hat. "Wir müssen dort andocken, wo es schon Flächen gibt", erklärt Andreas Jacob, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens mit Sitz in Kaiserslautern.

Etwa auf halber Strecke zwischen den beiden erstplatzierten Standorten liegt auf Weilerbacher Gemarkung eine 20 ha große Fläche, die an das bestehende Industriegebiet Auf dem Immel angrenzt. Dort schlagen die Experten Produktion sowie Büro und Dienstleistungen vor.

Von den weiteren neun in der Studie am besten bewerteten Standorten befinden sich sechs zumindest teilweise im Kaiserslauterer Stadtgebiet. Ebenfalls Potenzial hat Firu im westlich von Kaiserslautern gelegenen Enkenbach-Alsenborn sowie in Landstuhl entdeckt. Insgesamt beläuft sich die Fläche der zwölf Topstandorte der Region auf gut 300 ha.

Idee für interkommunalen Zweckverband kommt an

Firu-Geschäftsführer Jacob schlägt für eine schnelle Entwicklung der Gebiete die Gründung eines interkommunalen Zweckverbands vor. "Die rheinland-pfälzische Gesetzeslage erlaubt es, dafür auch Gebiete zusammenzubringen, die nicht direkt verbunden sind."

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) ist von der Idee eines Zweckverbands jedenfalls schon überzeugt. Eine interkommunale Zusammenarbeit praktiziert Kaiserslautern bereits mit der Ortsgemeinde Rodenbach beim Industriegebiet Nord-Hühnerbusch.

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