Lokale Versorger könnten Smart Cities möglich machen

In mittleren Großstädten wie Rostock, im Bild eines der dortigen Kraftwerke, könnten Stadtwerke bei der Umsetzung von Smart-City-Projekten helfen.
Quelle: Imago Images, Urheber: Bildwerk

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger haben kleine und mittlere Großstädte genauso viel Smart-City-Potenzial wie die großen Metropolen. Bei der Umsetzung von entsprechenden Projekten könnten die kommunalen Versorgungsunternehmen helfen.

Bei den Smart-City-Vorzeigeprojekten in Europa stehen derzeit Metropolen wie London oder Wien in der ersten Reihe. Doch von den kleineren Großstädten mit einer Bevölkerung zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern, von denen es in Europa rund 280 gibt, sehen 80% ebenfalls Potenzial, ihren Bürgern und Besuchern eine hochmoderne Stadt zu präsentieren. Allerdings haben nur 20% eine konkrete Strategie, wie sie ihre Pläne umsetzen wollen. Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat Entscheider aus rund 50 europäischen Städten dieser Größenordnung zum Thema befragt und die Ergebnisse in einer Studie zusammengefasst. Die trägt den Titel "Smart Cities: The new mega-market for utilities".

Der Name des Reports kommt nicht von ungefähr: Das technische Know-how, um Smart-City-Projekte umzusetzen, sieht das Beratungsunternehmen am ehesten bei den lokalen Versorgungsunternehmen. Das betrifft sowohl die Bereiche Mobilität und kommunale Dienstleistungen als auch Energieversorgung und Wohnen. Für die Energieversorger eröffnen sich dadurch neue Geschäftsfelder: Allein in Deutschland, so schätzt Roland Berger, stehen pro Jahr mehr als 4 Mrd. Euro an öffentlichen Budgets für Smart-City-Projekte zur Verfügung. Der Bund hat eigens ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt (siehe "KfW will mehr Smart Cities", IZ 46/19).

Die Meinung darüber, was eine smarte Stadt leisten kann, gehen in Europa allerdings teilweise auseinander. Während bei Pilotprojekten im deutschsprachigen Raum der Studie zufolge vor allem die Mobilitätssysteme im Vordergrund stehen, setzen osteuropäische Städte zusätzlich auf digitale Informationsdienste für Einheimische und Touristen sowie regional betriebene Datencenter. In Westeuropa sind neben diesen Elementen auch intelligente Abfallentsorgungssysteme gefragt. Auf dem Smart City Expo World Congress in Barcelona tauschten sich vergangene Woche die Vertreter von 700 Städten über die Trends zum Thema aus, das weltweit an Fahrt gewinnt. "Wir sehen, dass von Pilotprojekten zur großflächigen Implementierung gewechselt wird", sagte Messedirektor Ugo Valenti zur Eröffnung.

Die Studie ist verfügbar auf der Webseite www.rolandberger.com/de/Publications/

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