Akzeptanz von Proptechs erreicht kritische Masse

Laut einer Studie des IT-Unternehmens Altus Group sehen die Führungskräfte der gewerblichen Immobilienwirtschaft erstmals mehrheitlich ein Umwälzungspotenzial durch neue Technologien.

Für seinen Innovationsbericht Gewerbeimmobilien hat der kanadische Softwarehersteller Altus Group weltweit rund 400 Führungskräfte aus der Immobilienwirtschaft befragt. Zum ersten Mal, seitdem Altus die Befragungen vor fünf Jahren startete, akzeptiert die Mehrheit der Befragten die Aussage, dass in den Technologien der Proptechs ein disruptives Potenzial steckt, das die Gewerbeimmobilienbranche nachhaltig verändern könnte. Altus sieht damit einen Wendepunkt in der Akzeptanz von Proptechs erreicht. Dabei verlagere sich der Fokus der Unternehmen "eindeutig von der Test- und Probierphase hin zur praktischen Innovation", sagte Altus-CEO Bob Courteau.

Um den Lösungen der Proptechs jedoch in der Breite zum Durchbruch zu verhelfen, ist nach Ansicht von 89% der Befragten eine Konsolidierung der Start-up-Landschaft erforderlich. Zu viele der immobilienwirtschaftlichen Technologieunternehmen bieten Insellösungen an, das bedeutet eine Vielzahl von Ansprechpartnern für die etablierten Immobilienfirmen und viel Aufwand bei der Integration von unterschiedlichen Technologien. In Segmenten wie Software für Immobilienmanagement oder Immobilientransaktionen sowie bei Plattformen für Kredit und Finanzierung sehen die Umfrageteilnehmer das größte Potenzial für eine Konsolidierung.

Konsolidierung in der Proptechwelt erwartet

Gleichzeitig attestieren 61% der Befragten genau solchen Finanzierungsplattformen sowie Onlinemarktplätzen für Immobilienkauf und -vermietung ein wesentliches Potenzial, die Effizienz der Immobilienbranche zu steigern. Durch die durchgehende Verknüpfung über alle Akteure der gewerblichen Immobilienwelt besteht die Chance, jegliche Immobilientransaktion in naher Zukunft weitgehend digital abwickeln zu können. Immerhin 63% der Führungskräfte gaben an, vor kurzem einen Onlinemarktplatz für eine Transaktion verwendet zu haben, 79% wollen diese Nutzung ausbauen.

Fast ausgeglichen sind inzwischen die Erwartungen hinsichtlich Chancen und Risiken der Digitalisierung mit Blick auf die Arbeitsplätze. Zwar erwarten drei Viertel der befragten Führungskräfte, dass die zunehmende Automatisierung durch IT Arbeitsplätze kosten wird. Gleichzeitig erwarten 71%, dass neue Arbeitsplätze entstehen, und 67% glauben, dass sich frei werdende Mitarbeiterkapazität auf Jobs mit höherer Wertschöpfung verlagern wird.

Bei den Hemmnissen, die den digitalen Wandel behindern können, nennen 59% der Umfrageteilnehmer fehlende regulatorische Klarheit beim Sammeln und Auswerten von Daten, 52% beklagen mangelnde digitale Fachkompetenz innerhalb ihrer Unternehmen und 48% das Fehlen von ausreichend definierten Datenformaten. Dennoch glauben 87%, dass sich langfristig verbindliche globale Datenstandards etablieren werden. Lediglich 3% gaben an, bei der Sammlung und Nutzung von Daten zur Entscheidungsfindung keinerlei Einschränkungen zu verspüren. Vor fünf Jahren waren die Führungskräfte in dieser Hinsicht mit 18% noch deutlich pessimistischer.

Die vollständige Studie auf Englisch finden Sie auf der Homepage der Altus Group.

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