Unsicherheit am Bau steigt

Das Auftragseingangsvolumen des Bauhauptgewerbes hat 2019 mit rund 86,1 Mrd. Euro einen Rekord erreicht. Trotzdem kühlt die Stimmung in der Branche ab.

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat sich das Auftragseingangsvolumen der Betriebe mit mindestens 20 Mitarbeitern gegenüber 2018 nominal um 8,2% verbessert. Auch der baugewerbliche Umsatz legte 2019 nominal deutlich zu: um 6,7% auf 135 Mrd. Euro. Trotz der stärker gestiegenen Preise bleibt real ein Plus von 1,7%. Der Hochbau trug knapp 51 Mrd. Euro (real +7,7%) zum Umsatz bei. Den Personalbestand stockten die Unternehmen über das Jahr um 33.000 Personen auf 870.000 Beschäftigte auf. "Damit hat die Branche seit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 mehr als 160.000 neue Stellen geschaffen", sagt Dieter Babiel Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Dennoch sehen die Unternehmen nicht durch eine rosarote Brille in die Zukunft: "Trotz der noch guten Lage mehren sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in der Zukunft", berichtet Babiel. So hätten die Meldungen der Baubetriebe über Stornierungen und Auftragsmangel zugenommen, vor allem im Straßenbau.

In der gesamten Baubranche hat sich die Stimmung in den vergangenen Monaten kontinuierlich abgekühlt: Der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo-Instituts rutschte von 24,8 Punkten im Mai, Höchstwert des vergangenen Jahres, auf jetzt 13,1 ab. Der Rückgang sei vor allem auf pessimistischere Geschäftserwartungen der Baufirmen in den kommenden sechs Monaten zurückzuführen. Ihre aktuelle Lage schätzten sie im Februar 2020 dagegen wieder etwas besser ein, so das ifo-Institut. 2020 erwarten der HDB und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ein Umsatzwachstum von nominal 5,5% (real 1,4%) auf 142 Mrd. Euro.

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