Eine Immobilienmesse für das Revier

Gaben den Startschuss für die Revier-Immobilienmesse (von links): Dirk Leutbecher (Stony Real Estate Capital), Sven Frohwein (Bochumer Wirtschaftsentwicklung), Felix Meckmann (Hochschule Ruhr-West Mülheim), Dominik Kraatz (Inzept3D) und Marius Lucas (China Competence Center Mittleres Ruhrgebiet).
Quelle: Stony Real Estate Capital

Bochum. Vor gerade einmal drei Wochen wurde in Hannover die lokale Immobilienmesse Real Estate Arena aus der Taufe gehoben. Nun folgt mit meet@ruhr der Plan, im Revier eine lokale Konkurrentin zur Münchner Expo Real zu starten.

Das Ruhrgebiet, lange Zeit als Schmuddelkind nicht nur von der Immobilienwirtschaft angesehen, hat sich zu einem, noch überschaubaren, Hotspot der Branche gemausert. Die Nachfrage auf dem Büroimmobilienmarkt trifft auf kaum noch vorhandenes Angebot. Gleichzeitig interessieren sich zunehmend nationale und gar internationale Investoren für den unübersichtlichen Markt im Ruhrgebiet (lesen Sie dazu "Das Renditerevier" in IZ 51/19).

Da erscheint es nur logisch, hier mittels einer eigenen Immobilienmesse die Player an einen Tisch respektive in eine Halle zu locken. Konkret geht es um die Halle des RuhrCongress Bochum und als Termin wurde der 17. Februar 2021 ausersehen. Veranstalter der Reviermesse, deren Name meet@ruhr sich mit dem griffigen Anglizismus schon um die gewünschte Internationalität bemüht, ist Dirk Leutbecher von Stony Real Estate Capital.

Leutbecher ist in den vergangenen Jahren bereits als Veranstalter der Immobilienkonferenz Ruhr in Herne in Erscheinung getreten. Diese erfreute sich eines wachsenden Teilnehmerkreises, sodass der Schritt von der Konferenz zur Messe auf der Hand lag. "Die Metropole Ruhr stellt sich nach innen und außen, insbesondere was den Immobilienbereich angeht, noch viel zu wenig gemeinschaftlich auf und lässt dabei zu viele Chancen aus, sich als attraktive Region mit Zukunftsperspektive zu präsentieren", erläuterte Leutbecher bei der Präsentation der Veranstaltung.

Der Anspruch ist hoch, der Geldbeutel klein

Der Zuspruch, der aus der Region für seine Pläne kommt, erscheint ungeteilt. "Die Metropole Ruhr läuft den klassischen A-Standorten in Deutschland mittlerweile den Rang ab. Im vergangenen Jahr hatten wir mehr Büroflächenumsatz im Ruhrgebiet als in manch einem der Top Sieben", freut sich beispielsweise Eckhard Brockhoff vom Essener Maklerhaus Brockhoff & Partner. Er mahnt aber auch, dass eine Immoblienmesse, auf der die Akteure aus dem Ruhrpott unter sich blieben, nur wenig bringen würde: "Von entscheidender Bedeutung für das Gelingen der meet@ruhr wird es sein, national wie international Beachtung zu finden."

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr, also der Wirtschaftsförderung für das gesamte Revier, erläutert: "Der geplante nächste Schritt zeigt, dass die Nachfrage von Akteuren aus der Immobilienwirtschaft weiter wächst, sich hier im Ruhrgebiet zu vernetzen und über Investitionsmöglichkeiten zu informieren."

Und doch zweifeln einige an dem Konzept, wollen aber nicht namentlich genannt werden. Der Grund: Es gibt bereits zahlreiche Immobilienmessen, auf denen das Revier aktiv ist. So hat sich die Düsseldorfer Polis Convention mit ihrem Fokus auf Nordrhein-Westfalen etablieren können. Und die Stadt Duisburg hat schon drei lokale Gewerbeimmobilienmessen unter dem Namen Gimdu erfolgreich durchgeführt. Nicht zuletzt ist das Ruhrgebiet unter der Führung der Business Metropole Ruhr der Betreiber des größten Messestands auf der Expo Real. "Der Euro, der für Messeauftritte geplant ist, kann nur einmal ausgegeben werden", heißt es unisono.

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