Wohnen wird auch im Westen teurer

Die Mieten legen laut der IHK-Erhebung im Frankfurter Stadtgebiet vor allem in gehobenen Wohnlagen zu, während einfache Mietwohnungen stagnieren.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Frankfurt. Um rund 10% sind die Preise für Eigentumswohnungen im Stadtgebiet im Verlauf des Jahres 2019 gestiegen. Das geht aus dem Wohnungsmarktbericht hervor, den die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Stadt und das Umland erstellt hat.

Steigende Preise für Eigentumswohnungen sind in Frankfurt seit Jahren zu verzeichnen. Neu werden deutliche Anstiege auch in den westlichen Stadtteilen Griesheim, Nied und Höchst registriert, die zuvor nur moderat an der Entwicklung teilhatten. Bei den Wohnungsmieten lassen sich der IHK zufolge kräftige Steigerungen nur für Spitzenobjekte feststellen, da allerdings von bis zu 2 Euro/m² binnen Jahresfrist. In der unteren Qualitätsklasse stagniert die Miete hingegen in vielen Stadtteilen.

Das Westend liegt traditionsgemäß an der Spitze der Wohnungskosten in Frankfurt. Als Schwerpunktpreis für den Kauf von Eigentumswohnungen (Bestand und Neubau zusammen erfasst), der im Wesentlichen aus Erfahrungswerten befragter Marktteilnehmer hervorgeht, nennt der IHK-Bericht im Westend 7.000 Euro/m², als Spitzenpreis 10.000 Euro/m². Zwar gibt es einzelne Objekte, die über diesem Betrag gehandelt werden. Diese Ausreißer wurden, ähnlich wie Penthouses auf Hochhäusern, jedoch herausgerechnet. Die Mieten im Westend liegen im Schwerpunkt bei rund 17 Euro/m², in der Spitze bei 22 Euro/m². Auf das Westend folgen Altstadt, Bahnhofsviertel, Westhafen und Innenstadt mit 6.500 Euro/m² im Schwerpunkt und 9.000 Euro/m² in der Spitze für Eigentumswohnungen sowie 15 Euro/m² bzw. 22 Euro/m² bei den Mieten. Im Europaviertel setzen die Fachleute den Schwerpunkt beim Kauf ebenfalls bei 6.500 Euro/m² fest und sehen die teuersten Eigentumswohnungen bei 8.250 Euro/m². Die Schwerpunktmiete im Europaviertel wird mit 15 Euro/m² angegeben, die Spitzenmiete mit 18,50 Euro/m².

Die westlichen Stadtteile um Griesheim, Nied und Höchst herum erreichen Schwerpunktpreise von 3.500 Euro/m². Mieten werden dort mit 10 Euro/m² angegeben. Die niedrigsten Preise macht die Erhebung im Osten der Stadt, in Oberrad, Riederwald und Fechenheim, aus. Dort liegt der Schwerpunkt beim Kauf für Eigentumswohnungen bei 3.000 Euro/m² bzw. knapp darunter und der für die Miete bei rund 9,50 Euro/m².

Zudem nennt die IHK Kaufpreisfaktoren für Wohnobjekte. Im Westend geben die Befragten den mittleren Faktor mit 32 an, den Spitzenfaktor mit 39. Am niedrigsten liegt der Mittelwert in den Rand-Stadtteilen im Westen und Osten sowie im Norden (u. a. Bonames, Frankfurter Berg und Harheim) mit 19.

Im kleinstädtischen und ländlichen Umfeld der Metropole sehen die Zahlen ganz anders aus. Zwar machen die Marktbeobachter an den meisten Standorten binnen Jahresfrist ebenfalls eine Preissteigerung für Eigentumswohnungen um 10% aus, es gibt aber auch einzelne Märkte mit stagnierenden Preisen. Bei Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern sowie bei Bauland für Mehrfamilienhäuser seien nur vereinzelt leichte Preissteigerungen feststellbar, in der großen Mehrheit hingegen in etwa gleichbleibende Werte.

Eigentumswohnungen auch auf dem Land teurer

Für den Hochtaunuskreis werden Schwerpunktpreise in Bad Homburg und Königstein mit 3.500 Euro/m² angegeben, in Kronberg mit 3.600 Euro/m². Die Schwerpunktmieten betragen in diesen drei Städten rund 11,50 Euro/m². Die niedrigsten Werte erreicht Weilrod mit einem Schwerpunktpreis von 1.000 Euro/m² beim Kauf von Eigentumswohnungen und einer Schwerpunktmiete von 6,50 Euro/m².

Im Main-Taunus-Kreis liegt Bad Soden mit von 3.500 Euro/m² für Eigentumswohnungen um rund 100 Euro/m² vor Hofheim. Bei der Schwerpunktmiete ist es ähnlich mit 12 Euro/m² in Bad Soden und 11,50 Euro/m² in Hofheim. Am Ende im Kreisgebiet rangiert Eppstein mit 2.400 Euro/m² für den Kauf und 8 Euro/m² Miete.

Heuer Dialog und die Stadt Frankfurt laden für den 3. März 2020 zu einer offenen Bürgerdiskussion über das Wohnen in Frankfurt ein. Von 18.30 bis 20.30 Uhr stehen im Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Straße 10, u.a. Planungsdezernent Mike Josef und Rolf Janßen, Geschäftsführer des DMB Mieterschutzvereins Frankfurt, Rede und Antwort. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr unter: buerger-dialog.com

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